Nach Berlin? Nein, nein Benin …! Wer von diesem Reiseziel spricht, wird häufig die gleiche Frage hören. Dabei ist das ehemalige Dahomey immerhin so groß wie Österreich und die Schweiz zusammen. Benin liegt am Golf von Guinea und grenzt im Westen an Togo und Burkina Faso, im Norden an Niger und im Osten an Nigeria. Die wirtschaftlich wichtigste Stadt Benins mit einem der größten Häfen Westafrikas heißt Cotonou. Die Hauptstadt ist Porto Novo.
Benin gliedert sich in 12 Départements: Alibori (Hauptstadt ist Kandi), Atakora (Hauptstadt ist Natitingou), Atlantique (Hauptstadt ist Allada), Borgou (Hauptstadt ist Parakou), Collines (Hauptstadt ist Dassa-Zoumé), Couffo (Hauptstadt ist Aplahoué), Donga (Hauptstadt ist Djougou), Littoral (Hauptstadt ist Cotonou), Mono (Hauptstadt ist Lokossa), Ouémé (Hauptstadt ist Porto-Novo), Plateau (Hauptstadt ist Pobè) und Zou (Hauptstadt ist Abomey). Diese 12 Departements unterteilen sich in 77 Kommunen, die wiederum in Arrondissements und in Dörfer oder in Stadtbezirke geteilt sind.

Benin hat drei verschiedene Landschaftstypen: die südliche Küstenregion mit Sandstränden und palmenumsäumten Lagunen, das grüne und gemäßigte kühle Atacora Gebirge und den Norden mit Mischwald und Savanne mit einer artenreichen Tierwelt.

Benin zählt zu den ärmsten Länder der Welt – die Nummer Rang 173 von 193 Staaten (Stand 2023/2024) laut dem Human Development Index der vereinten Nationen. Mit einem geschätzten BIP-Wachstum von rund 7,5 % im Jahr 2025 gehört Benin allerdings auch zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Es sind viele Erfolge in den letzten Jahren zu sehen, wie die Digitalisierung der Verwaltung, Verbesserungen bei der Wasserversorgung oder die Einrichtung der Glo-Djigbé Industrial Zone (GDIZ), einer Industriezone zur Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte in Abomey-Calavi.

Ein großes Hindernis der gesellschaftlichen Entwicklung in Benin ist die mangelhafte Schulbildung. Etwas weniger als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung wird zur Gruppe der Analphabeten gerechnet. Bei der jüngeren Generation (15–24 Jahre) ist der Fortschritt deutlicher – hier können bereits über 60 % lesen und schreiben. Der Schulbesuch ist für viele Kinder immer noch ein Wunschtraum. In manchen entlegenen Dörfern Benins existiert noch gar keine Schule und viele der vorhandenen Schulen sind in einem schlechten Zustand.

Seit Benin 1960 unabhängig geworden ist, hat das Land eine wechselhafte Geschichte durchlaufen. 1990 gab sich Benin eine neue liberale Verfassung und 1991 folgten freie und demokratische Parlamentswahlen.

Bei der Wahl am 12. April 2026 wurde der bisherige Finanzminister Romuald Wadagni zum neuen Präsidenten gewählt. Mariam Chabi Talata wurde als Vize-Präsidentin gewählt. Nach 10 Jahren trat der bisherige Präsident Patrice Talon verfassungsgemäß nicht wieder zur Wahl an.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Benin und Deutschland haben sich von der früheren reinen Erleichterung der Schulden zu einer strategischen Partnerschaft für Industrialisierung und Stabilität entwickelt. Die Prioritäten liegen heute auf zukunftsgerichteten Themen, wie z.B. der Unterstützung der GDIZ- Industriezone zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Förderung der Berufsbildung.